Inhaltliche Kritikpunkte an der Arbeit

  1. Seite 2:  Die initialen Zahlen von .eu können nicht mit der Domainentwicklung von .de verglichen werden, da die Situation vor 10 Jahren eine ganz andere war. Wenn man sich die Wachstumsraten von .eu nach einem Jahr des Bestehens ansieht, sieht man, dass die Zuwächse auf ein relativ bescheidenes Maß zurückgegangen sind.
  2. Seite 6: „mieten des DN“ ist falsch. Domain können registriert werden, aber nicht gemietet.
  3. Seite 9: Domaininhaber müssen keinen Wohnsitz in Deutschland haben. Es genügt, einen Admin-C anzugeben, der in Deutschland sitzt. Ende 2005 waren 160.000 Domains für Ausländer registriert, Ende 2006 sogar über 580.000.
  4. Seite 20: Die These, .com-Domains seien meistens mit englischsprachigen Angeboten versehen und deckten überwiegend den nordamerikanischen Wirtschaftsraum ab ist zumindest gewagt, wenn nicht unhaltbar.
  5. Seite 22: Bei IDNs sind im Prinzip beliebige Zeichen darstellbar, die auch nicht aus der lateinischen Schrift kommen müssen. Die DENIC hat daraus 92 Zeichen ausgewählt, die aber für andere TLDs nicht verbindlich sind. Eine Wertung, wie Sie sie auf Seite 22 vornehmen, ist daher unzulässig.
  6. Seite 30: Der 3. Satz ist zumindest missverständlich. Domains werden ohnehin nicht vergeben. Ein Nutzer entscheidet sich dafür, eine Domain zu registrieren. Das tut er letztendlich immer bei der DENIC, wenngleich er dazu zunächst einen Provider beauftragt. Die Mitgliedskosten sind auch nicht 3080 Euro. Das sind die Aufnahmekosten. Verantwortlich für alle Rechtsfragen ist immer der Domaininhaber. Der Admin-C ist nur sein Vertreter bzw. sein Zustellungsbevollmächtigter! Der Domaininhare muss sich versichern, keine Rechte Dritter zu verletzen.
  7. Seite 31: Hier ist der Bezug verwirrend. Die Reglungen mit den Verträgen sind nicht wegen der not-for-Profit-Struktur notwendig. Der ganze rechtliche Teil ist nicht wirklich korrekt dargestellt. Es wird fälschlicherweise immer auf den Admin-C statt auf den Domaininhaber Bezug genommen. Der Domaininhaber erwirbt auch kein Nutzungsrecht! Denn dann wäre bei Rechtsverletzung ja die DENIC haftbar, weil sie ihm dies eingeräumt hat. Außerdem wird der Domainvertrag nicht für ein Jahr, sondern auf unbestimmte Zeit geschlossen, wobei nur die Rechnungsstellung durch den Provider jährlich erfolgt.
  8. Seite 33: Wir erheben auch nach 1999 die Einteilung in die Nutzertypen und haben dies in den Pressemitteilungen zu den Regionalstatistiken auch immer wieder erwähnt. Es sind weiterhin etwa ein Fünftel aller Domains eindeutig Unternehmen als Inhabern zuzuordnen. Das ist außerdem etwas anderes als „kommerzielle Nutzung“. Diese kann man aus unseren Daten auch gar nicht herauslesen und das hat auch Mark Krymalowski nicht getan. Auch eine von einer Privatperson registrierte Domain kann kommerziell genutzt werden.
  9. Seite 48: Es sollte heißen: DN werden durch die Registrierungsstelle gegen Gebühr im Zonenfile der jeweiligen TLD eingetragen, wodurch die Unverwechselbarkeit garantiert wird.
  10. Seite 52: Eine nicht-registrierte Domain ist keine Domain, da sie dann ja im Internet nicht als solche genutzt werden kann. Also müssen Domains immer registriert sein.